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Am Donnerstag ist unser Freund und Kollege André Wiesler gestorben. Er ist nur 43 Jahre alt geworden. André hinterlässt Frau und Kind, und wir möchten beiden unser herzliches Beileid aussprechen.

Die deutsche Rollenspiel- und Phantastikszene bleibt fassungslos zurück, denn André war einfach überall, ein Fels in der Brandung, ein fester Punkt sowohl für Rollenspielveteranen wie -neulinge, der kürzlich erst für 2018 den Durchstart in neue Projekte und ein Leben als Freiberufler angekündigt hat.

Wir kennen André von meiner ersten RatCon-Lesung 2011. Neugierig hörte er sich an, was ich vorzulesen hatte, und entschied danach, sich ein bisschen um Christian und mich, diese beiden Grünschnäbel, zu kümmern. Wir gingen essen, quatschten und endschieden, dass man mal was zusammen spielen müsse. Das taten wir dann auch. Bei ihm in Wuppertal, wo wir Freunde von ihm kennenlernten, die heute auch zu unseren Freunden zählen. Bei uns in Aachen, wo wir zu fünft Seattle, die Welt von Eis&Dampf und eine Galaxis weit, weit entfernt unsicher machten.

Und apropos Eis&Dampf: Wer weiß, ob es ohne seine Unterstützung nicht einfach nur bei Romanen geblieben wäre. Wir waren immer Fans voneinander, ich habe seine DSA-Romane und seine Poetry Slam-Beiträge sehr gern gelesen, Christian liebt seine Shadowrun-Romane, und André war ein Fan der ersten „Puppe“ und kam nach der Lektüre auf uns zu und fragte, ob er nicht eine Kurzgeschichte zu dieser Welt beitragen dürfe. Das war die Geburtsstunde der Kurzgeschichtenantho „Eis und Dampf“, und das wiederum entwickelte sich weiter zum Rollenspiel.

Wir sind glücklich, dass André uns mit seinen Beiträgen unterstützt hat, dass wir bei vielen Projekten an seiner Seite waren. Wir wissen, dass wir damit nicht allein sind – für so viele von uns war er eine Art großer Bruder, auf den man sich verlassen konnte. Sein Tod lässt uns alle fassungslos zurück, aber auch mit lebendigen Erinnerungen an ihn, an seine Offenheit, seine Freundlichkeit und seine Präsenz. Seinen Einfallsreichtum – wir haben zusammen eine Lesung mit Schwert bestritten, und er brachte zu einer weiteren Lesung seinen MMA-Trainer mit!

Was er noch alles vorgehabt hätte, können wir nur erahnen. Mit seinem Crowdfunding zum Protektor-Rollenspiel hat er uns aber zumindest etwas sehr Konkretes hinterlassen. Viele Freunde von André haben bereits bekundet, dass sie gern helfen würden, dieses Projekt, das kurz vor Drucklegung stand, zu realisieren. Es wird noch eine offiziellere Meldung als das hier geben, aber in aller Kürze: Wir werden uns nach Kräften bemühen, den Protektor herauszubringen. Wir werden versuchen, Andrés verrückten Ideen gerecht zu werden, und hoffen, nein, wissen, dass viele Menschen beim Lesen und Spielen an ihn denken werden.

Ad astra, André.

 

Judith und Christian

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