Gelesen 2020

Ich hatte im vergangenen Jahr den Vorsatz, zu jedem gelesenen Buch einen Buchthread zu verfassen – das habe ich leider nicht komplett geschafft und irgendwann im August aufgegeben. Ihr findet eine ganz kurze Rückmeldung zu den Büchern ohne Thread in Klammern hinter dem Titel. Meine „Quote“ von maximal 10% weißen hetero cis Männern konnte ich easy halten und ich sehe keinen Grund, das zu ändern, denn ich habe noch nie so gute Bücher gelesen wie in den letzten Jahren, seit ich mein Lesen „politisiert“ hab. 😉

Romane und Novellen:

45 Romane und Novellen hab ich dieses Jahr gelesen.

Annette Juretzki: Von Rache und Regen

Octavia Butler: Fledgling

Sarah Stoffers: Berlin – Rostiges Herz

Kazuo Ishiguro: Der begrabene Riese

Hao Jingfang: Wandernde Himmel

Hao Jingfang: Peking falten

Jasper Nicolaisen: Totes Zen

Müller: Pimmelburg

Charlie Jane Anders: Alle Vögel unter dem Himmel

Sarah Gailey: Upright Women Wanted

Samuel R. Delany: Die Bewegung von Licht auf Wasser

Patricia Eckermann: Cupida

Patricia Eckermann: Die Puppenflüsterin

Patricia Eckermann / Stefan Müller: Viertelherz 1

Martha Wells: Tagebuch eines Killerbots (Novellen 1-4)

Sharon Dodua Otoo: die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle

Sharon Dodua Otoo: Synchronicity

Kate Wilhelm: The Clewiston Test (tolle Medizinethik-Science-Fiction, in der es um Consent und Machtdynamik geht)

Marlon James: Black Leopard, Red Wolf (epische, krasse Afrofantasy, mir aber vom Gewaltlevel her einfach zu krass.)

Basma Abdel Aziz: Das Tor (Danke an Literatopia fürs Schenken! Eine Dystopie übers Anstehen und Warten im Schatten revolutionärer Ereignisse)

Octavia Butler: The Parable of the Sower und The Parable of the Talents (ach, Octavia die Große, in dieser hopepunkigen Dystopie auf dem Weg zur Utopie einfach ihrer Zeit voraus, eines meiner Jahreshighlights.)

Virginia Woolf: Ein Zimmer für sich allein (wurde ja mal Zeit, dass ich Virginia Woolf lese. Habs nicht bereut.)

Tamsyn Muir: Ich bin Gideon (Viele haben schon berichtet, wie gut es ist. Butch Lesbian Swordfighter in einem Closed Room / Escaperoom-artigen Space-Opera-Nekromantie-Setting.)

Spreckelsen / Menschik: Der Mordbrand von Örnolfsdalur und andere Isländer-Sagas (Recherche – aber gute! Und die Illustrationen von Kat Menschik sind eine Pracht.)

Arkady Martin: Im Herzen des Imperiums (Hugo-Preisträgerin 2020, ein großartiges Buch über Sprache, Denkmuster, implantierte Erinnerungen – teils Space Opera, teils Cyberpunk)

Samuel Delany: Babel 17 (Dieses Jahr habe ich 3 Delanys gelesen und sie waren alle fantastisch, aber das hier ist besonders beeindruckend – auch dieses Buch dreht sich um Sprache und ich finds unfassbar, dass das ein Anfang-Zwanzigjähriger in den 60ern ohne Internet hat schreiben können, mein Kopf ist beim Lesen explodiert.)

Nnedi Okorafor: Binti 2 – Heimat (Auch der 2. Teil von „Binti“ hat hervorragendes Science-Fiction-Stuff-from-Outer-Space Worldbuilding.)

Becky Chambers: To Be Taught If Fortunate (von den Novellen, die ich dieses Jahr gelesen hab, ist das mein Favorit. Ein Buch, das das Thema „das Weltall erforschen“ mal weniger expansionistisch angeht.)

Mary Robinette Kowal: The Calculating Stars (Hugo-Gewinnerin 2019, mal was ganz anderes, zugleich ein Buch für Raumfahrtnerds als auch für Freund*innen emanzipatorischer Schmöker.)

Neon Yang: The Black Tides of Heaven (ein ungewöhnlicher Fantasyroman in einem Setting, das mich ein wenig an Korra erinnert hat. Es geht um Revolution, Magie und Gender 😉 )

N.K. Jemisin: The City We Became (Es ist so gut, dass ich seit langem noch mal Fanfiction geschrieben hab. Muss ich mehr sagen?)

Anna Zabini: Sanguen Daemonis (düster-queere Wien-Dämonenstory, die mich vom Brutalitätsgrad her ein wenig auf dem falschen Fuß erwischt hat)

Samuel Delany: Nova (hervorragende „Stelle eine Crew zusammen, schaffe das Unmögliche“-Space-Opera mit Delany-Twists. I like.)

Müller: Allerseelen (schöner Roman über die beseelten Lieblingsgegenstände einer Komapatientin. Hat mich durch die Krankenhausthematik auch ein bisschen auf dem falschen Fuß erwischt, das war durch den Tod meiner Mutter teils hart für mich zu lesen – aber mit Happy End! Das wiederum hat mich sehr glücklich gemacht.)

Tamora Pierce: Alanna 1 – Die Schwarze Stadt (Ich habe noch mal ein Lieblingsbuch aus meiner Kindheit gelesen, es war Nostalgie pur, in a good way.)

P. Djèlí Clark: Ring Shout (großartiger Horror-Roman über monströse Ku-Klux-Klan-Mitglieder in den 20ern und die Schwarzen Frauen, die sie bekämpfen. Eins meiner Jahreshighlights.)

SchwarzRund: Quasi (eine Novelle über zwei Schwestern in Europa und ihre Familie in der Dominikanischen Republik, die mich mal wieder damit konfrontiert hat, was ich alles nicht weiß.)

Amal el-Mohtar / Max Gladstone: This is How You Lose the Time War (ich glaube, ich habe noch nie ein erotischeres Buch gelesen, obwohl es darin nicht mal um Körperliches ging. Peak Romantik-Briefroman, aber als Zeitreise-Alternate-Universe-Science-Fiction)

Rick Riordan: Magnus Chase 1 (als Hörbuch zusammen mit den Kids gehört, klassische europäische Mythen und Riordan sind eine gewohnt gute Kombi)

Ich habe außerdem einen Roman lektoriert, der mir superviel Spaß gemacht hat, und den ihr hoffentlich nächstes Jahr zu lesen bekommt – es geht um Geisterjäger*innen 1989 im Rheinland.

3 Romane hab ich dieses Jahr abgebrochen.

2 Romane habe ich übersetzt, bereits erschienen ist davon:

David Annandale: Ein Haus von Nacht und Ketten (Warhammer 40K) (erster Roman der 40K-Horrorromanreihe, ich fands ziemlich uff ja nee.)

Sachbücher:

11 Sachbücher und zwei Zeitschriften im Abo (Missy Magazine und Greenpeace Magazin):

Magnus Hirschfeld: Berlins Drittes Geschlecht

Robert Beachy: Das andere Berlin

Annalee Newitz: Scatter, Adapt, And Remember

Laurie Penny: Bitch Doktrin

Laurie Penny: Unsagbare Dinge (Essays von Laurie Penny sind immer gut)

Kübra Gümüşay: Sprache und Sein (Ich werde nie genug über Sprache wissen können. Tolles Buch!)

Queer und (Anti-)Kapitalismus (kurzes, aber sehr interessantes Buch rund um westdeutsche, ostdeutsche, migrantische, intersektionale queere Erfahrungen und Strömungen in Deutschland und ihre Überschneidungen mit dem Kapitalismus)

Stephan Urbach: Neustart (Stephan, mein Freund und Ace-in-Space-Verleger, erzählt davon, wie er als Hacker im arabischen Frühling und im syrischen Bürgerkrieg half und daran fast zerbrochen ist)

Kultur und Politik im prekären Leben. Solidarität unter Schneeflocken (crowdgefundete Essay-Sammlung, teils etwas geschwätzig, teils supergute Texte, die mir viele neue Denkanstöße beschert haben)

Ebony Elizabeth Thomas: The Dark Fantastic (dieses Buch hab ich mit Swantje getauscht, die es doppelt hatte, und es war sehr faszinierend und lohnt sich für alle, die Erzählstrukturen rassismuskritisch durchleuchten wollen)

Tanja Kollodzieyski: Ableismus (kurzer, pointierter Einstieg in eine viel zu sehr vernachlässigtes Thema. Ich würde gern mehr von Tanja lesen – dazu, aber auch zu anderen Themen!)

Kurzgeschichten / Anthologien / Gedichte

Laurie Penny: Babys machen

Aeronautica (Die Antho hab ich noch nicht ganz durch, aber die Geschichten, die ich gelesen habe, lohnen sich sehr)

Rosa*Glück: Zebras steifen zärtlich (sehr schöner, queerer Gedichtband)

Annette Juretzki: Als Hylios brannte (einzelne Erotik-Kurzgeschichte von Annette, wie es sich gehört in einer lauen Sommernacht mit Wein auf der Terrasse gelesen)

Wie künstlich ist Intelligenz? (In dieser Antho befindet sich auch eine Geschichte von mir.)

May Ayim: weitergehen (der Gedicht-Sammelband von May Ayim. Bei vielen Gedichten fand ich, es hat sicher so bedauerlich wenig geändert seit Ayim sie in den 90ern schrieb … Berührende Sammlung.)

Charlotte Perkins Gilman: The Yellow Wallpaper (Horror-Klassiker, von dem ich glaube, dass ich ihn vor sehr lange Zeit schon mal gelesen hab. Super-creepy.)

Django Wexler: The Penitent Damned (Kurzgeschichte zur Shadow-Campaigns-Romanreihe, die den Hintergrund eines Charakters beleuchtet)

Patreon-Kurzgeschichten von Kameron Hurley (Ich hab sie dieses Jahr nicht alle geschafft, aber sie lohnen sich immer!)

Comics

Ich hab 2020 insgesamt 7 Comics gelesen:

Kate Evans: Rosa

Sarah Burrini: Das Leben ist kein Ponyhof: Das Internet schlägt zurück

Korra: Turf War III (Korra wird als Comic fortgesetzt, which is awesome)

Avatar – Herr der Elemente #17 und ATLA Kurzcomicsammlung (auch Avatar wird als Comic fortgesetzt, which is also awesome!)

Voltron 1 (auch zu Voltron gibts Comics! Danke an Philipp fürs Schenken!)

Auf die Barrikaden 3 – Wir werden nichts über ihre Weiber sagen (3. Band einer Comicreihe über die Pariser Kommune, sehr empfehlenswert – am besten gefiel mir Band 2)

 

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