Der DPP in unruhigen Gewässern

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Es ist wieder so weit: Die alljährliche Nominierungsrunde für den Deutschen Phantastik Preis ist am Wochenende losgegangen und man kann, wie jedes Jahr, online über seine Favoriten abstimmen.

Doch etwas ist anders als in den vergangenen Jahren: Statt nur eine Mailadresse bestätigen zu müssen, muss man nun seinen „wahren Namen“ hinterlassen und nimmt gleichzeitig an einer Verlosung zur neuen Heimat des DPP, der Phantastika-Veranstaltung in Oberhausen, teil (ohne Erläuterungen zum Datenschutz, wie Stefan Holzhauer kritisch – und korrekt – bemerkte).

Und außerdem gab es in diesem Jahr plötzlich eine anonym bleibende Jury, die der Publikumsabstimmung schon mal ein paar Nominierungen vorweggenommen hat und diese suggestiv vor den Abstimmenden ausbreitet.

Beides hat für Irritationen in der Phantastikszene gesorgt, und ich schließe mich da einfach vollumfänglich meinen Vorrednern Thomas Michalski und Marcus Rauchfuß an.

Bin ich enttäuscht, weil wir mit „Die verlorene Puppe“ nicht in der Kategorie „Bester Roman“ drauf stehen? Und weil „Die grüne Fee“ es  weder als Kurzgeschichtensammlung noch als bemerkenswertes Projekt der Künstlerin Mia Steingräber auf die Liste geschafft hat? Natürlich, klar, ich wäre wohl ein Shelly, wenn ich da nicht enttäuscht wäre. 😉 Würde ich mich freuen, wenn „Puppe“ und/oder „Fee“ es im Nachhinein durch Wählerstimmen auf die Liste schaffen würden? Auch hier: na klar (und wenn ihr findet, dass wir da drauf gehören, dann könnt ihr euch hier einen Beitrag von Fee-Mitstreiter Tobias Junge mitsamt Abstimmungsanleitung durchlesen – es ist nämlich leider nicht gerade einfach oder intuitiv – oder gleich hier für uns abstimmen!).

Ich möchte einfach nur nicht schweigen zu diesem Vorgang. Der DPP war in den vergangenen Jahren nett zu uns und unseren Mitstreitern, den Eis&Dampf- und DSA-Autoren. System der Abstimmung, Art der Präsentation auf dem BuCon und Reichweite in der Presse waren nicht immer ganz optimal, aber ich hätte es begrüßt, wenn eine so fundamentale Änderung besser kommuniziert würde. Mit dem Seraph gibt es bereits einen Jury-Preis in der Phantastik, und die Phantastische Akademie kommuniziert ganz deutlich, wer die Juroren sind und woher sie kommen. Das ist hier nicht der Fall, und ein Jurypreis stellt nun einmal etwas ganz anderes dar als ein Publikumspreis. Beide haben ihre Berechtigung, aber die Mischform, wie sie hier suggestiv dargereicht wird, behagt mir nicht, und das sage ich nun ganz unabhängig davon, ob ich draufstehe oder ob ich gern draufstünde. 😉

Ich wünsche mir fürs nächste Jahr, dass der Seraph weiterhin „unser“ Jurypreis ist und der DPP „unser“ Publikumspreis. Denn die Phantastikszene kann beides gebrauchen.

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