Mehr gelesen!

2018.

Wie im letzten Jahr schreibe ich mir jetzt einfach statt eines besinnlichen Textes zum Jahreswechsel eine Liste der Bücher zusammen, mit denen ich es dieses Jahr zu tun hatte. Das soll überhaupt keine Angeber-Liste sein, ich bin jahrelang kaum zum Lesen gekommen. Aber dieses Jahr hatte ich einige coole Geschichten zwischen den Fingern, vielleicht findet der*die eine oder andere ja noch was Neues zum Lesen im nächsten Jahr. 😀

Romane:

Leigh Bardugo – Das Lied der Krähen: Das war meine Jahresendlektüre im letzten Jahr und ich hab es Anfang 2018 zu Ende gelesen. Es ist phantastisch, lest es. Siehe auch das Ende dieser Liste. 😉

Tad Williams – Die Hexenholzkrone: Ich hatte schon so ein leicht mulmiges Gefühl, als meine Mutter mir gleich beide Bände zu Weihnachten schenkte, und leider bestätigte sich das. Ich hab Band 1 nach einem Viertel abgebrochen, es ist entsetzlich reaktionär und ischmöschtedasnischt.

Becky Chambers – Zwischen zwei Sternen: Eins meiner Highlights im letzten Jahr, ein Buch wie eine perfekte Fanfiction: Charakterzentriertes Backstory-Kammerspiel mit existenziellen Fragen. Außerdem ist Chambers‘ Galaxis erfreulich queer und nicht heteronormativ. I like.

Django Wexler – The Thousand Names: Gunpowder-Fantasy vom Feinsten. Christian hat die Reihe entdeckt und ich bin etwas später eingestiegen, aber ho boy, ich hab es nicht bereut. Napoleoneske Fantasy mitgroßartigen Figuren. Vor allem die Frauen. *Herzchenaugen* Auch hier: Erfreulich queer. Und vollgepackt mit Action. 😀

Jason Fry – The Last Jedi: Da aus dem Film einige Szenen herausgeschnitten wurden, die mich interessierten, habe ich zum ersten Mal seit 1999 eine Star Wars-Film-Novelization gelesen. Sie war gut, aber natürlich recht unspannend, wenn man den Film gesehen hat. Die zusätzlichen Szenen und Innensichten haben sich aber gelohnt.

Django Wexler – The Shadow Throne: Ach so, ja, das weiter oben erwähnte „The Thousand Names“ ist der Auftakt einer fünfteiligen Reihe. In „The Shadow Throne“ kommen einfach noch mehr unfassbar coole Frauenfiguren dazu und *whispers* es gibt eine Studentenrevolution. Ich liebe Studentenrevolutionen.

Ursula K. Le Guin – Die linke Hand der Dunkelheit: Ein Gesandter der galaktischen Ökumene wird auf einen Planeten entsandt, dessen Bewohner nur in Paarungszeiten Geschlechter kennen und auch dann genderfluid sind. Ein früher, feministischer Meilenstein der Science-Fiction-Literatur und meine erste Le Guin dieses Jahr!

Henning Mützlitz und Bernd Greber – Tod an der Aurach: Ein Krimi!! Ich habe einen Krimi gelesen! Er besticht durch seine verrückten, aber dennoch realistischen Charaktere, das „Grillsport-Milieu“ und seinen Witz – das einzige, was mich daran traurig gemacht hat, war der Tod von Hennings Co-Autor Bernd, dem Inhaber der Buchhandlung, in der wir vor zwei Jahren lesen durften. Er verstarb kurz nach Erscheinen des Buches und der Roman ist somit in gewisser Weise zu einem berührenden Nachruf geworden.

Ann Leckie – Die Maschinen: Bemerkenswerter Auftakt einer SF-Trilogie, aus der Sicht einer KI erzählt, die alle Menschen als generisch weiblich wahrnimmt. Vielleicht litt das Buch darunter, dass ich es während einer schlaflosen Nacht auf einer Urlaubsreise gelesen habe, aber ich fühlte mich leider von der Story nicht gepackt und werde Band 2 & 3 vermutlich eher nicht lesen.

Tomi Adeyemi – Children of Blood and Bone: Cooler Auftakt einer Young-Adult-Jugendbuchreihe, die auf einem phantastischen, an Afrika angelehnten Kontinent spielt. Ein bisschen wurde mir zu sehr von „Avatar – The Last Airbender“ abgeschaut, aber grundsätzlich hat mich das Buch gut unterhalten und ich will sehr gerne wissen, wie es mit … Prinz Zuko weitergeht. 😉

Annalee Newitz – Autonom: Cyberpunk-Roman, der nicht so ganz weiß, was er will, aber dennoch durch den Biotech-Ansatz und die Charaktere besticht.

Django Wexler – The Price of Valor: Der dritte Teil der Gunpowder-Fantasy-Reihe „The Shadow Campaigns“, und was soll ich sagen? Wexler gehört einfach zu meinen großen Entdeckungen dieses Jahr, allein für Winter Ihernglass würde ich selbst in den Krieg ziehen, ich liebe sie. Teil 4 & 5 spare ich mir für 2019 auf.

Ursula K. Le Guin – The Word for World is Forest: Bedrückender, kurzer Roman auf dem Hainish-Zyklus, bei dem ein indigenes Volk den Krieg kennenlernt, den die kolonialisierenden Menschen ihm bringen.

Ursula K. Le Guin – Freie Geister: Mein Lieblings-Le-Guin, noch kurz vor der Buchmesse und dem #ThinkUrsula-Panel gelesen. Anarchismus und Kapitalismus auf zwei konkurrierenden Planeten und ein zwischen beiden Konzepten gefangener Physiker. Ebenfalls, wie „Die linke Hand der Dunkelheit“ und „The Word for World is Forest“ Teil des Hainish-Zyklus.

N.K. Jemisin – The Fifth Season: Band 1 der dreifach Hugo-gekrönten Broken-Earth-Trilogie, der mich ziemlich vom Hocker gehauen hat. Sprachgewaltig, metaphorisch, herzzerreißend – die Autorin ist für mich der Literatur-„Star“ des Jahres 2018. Schaut euch ihre Hugo-Rede an!

Madeline Miller – Das Lied des Achill: Shipping in der griechischen Antike. Patroklos erzählt von seiner Liebe zu Achill, dem er nach Troja in den Krieg folgt. Wir kennen alle das Ende, aber hier ist es auf mythologische, ergreifende Weise erzählt, und danach möchte man den Wolfgang-Petersen-Film einfach nie wieder sehen.

James Tiptree Jr. – Die Mauern der Welt hoch: Einer der wenigen Romane der Autorin, die sich als männlicher Autor ausgab. Zwei Welten stoßen zusammen, als rochenartige Ätherwesen sich psionisch vor der Zerstörung ihrer Welt in Sicherheit bringen wollen und in die Geister von Menschen eindringen.

Annette Juretzki – Sternenbrand 1 – Blind: Space-Opera-Auftakt meiner „Mit-Ursula“ Annette, die es schafft, ein Closed-Room-Setting an Bord eines Raumschiffs zu entwerfen, das weder mit Action und einem planetenumspannenden Konflikt noch mit queerer Soap Opera geizt. I like.

Chimamanda Ngozi Adichie – Half of a yellow sun: Roman über den Nigeria-Biafra-Bürgerkrieg, einen Konflikt, über den ich so gut wie nichts wusste, und der vor allen Dingen durch die Perspektiven der Charaktere besticht. Und die literarische Qualität, Adichie ist halt einfach fantastisch.

Elea Brandt – Opfermond: Disclaimer: Ich habs gestern erst angefangen, weil ich „Das Gold der Krähen“ nicht mit in die Badewanne nehmen durfte und bin demzufolge noch ganz am Anfang. Aber Elea liest sich, als wär sie meine Sister from another Mother. Ich bin gespannt. 😀

Leigh Bardugo – Das Gold der Krähen: Mit „Das Lied der Krähen“ hab ich das Jahr angefangen, mit dem Gold der Krähen ende ich es. Ich stecke wie letztes Jahr noch mitten im Buch, aber die Räuberballade um die sechs verbrecherischen Jungspunde in Ketterdam entwickelt einen bemerkenswerten Sog. Keine Klageweiber. Keine Beerdigungen.

 

Comics:

David Kushner und Koren Shadmi – Der erste Spielleiter: Auf Deutsch realisiert als Crowdfunding von Feder&Schwert, unterhaltsame Comic-Biographie von Gary Gygax.

Die Legende von Korra (2 Comicbände): Der Comic berichtet davon, wie es nach der Serie weitergeht – und auch von Korras und Asamis Beziehung, der Öffnung in die Geisterwelt mitten in Republica und wie rivalisierende Banden und Politiker dieses Portal ausnutzen wollen.

Poe Dameron: Die Poe-Dameron-Comicreihe fand in diesem Jahr ihren Abschluss und ist nach der Kanan-Comicreihe vermutlich mein liebstes Star-Wars-in-Comicform. Spionage und Dogfights – was will man mehr?

Star Wars-Comicreihe – Der Mon Cala-Arc: Derweil läuft auch noch die „zentrale“ Star Wars-Comicreihe um Leia, Han und Luke weiter, aber wir lesen sie nicht regelmäßig. Den Arc auf Mon Calamari haben Christian und ich noch mal gelesen, der war ganz gut (Heist-Opernball-Gedöns!).

Sandman – Fables and Reflections: Mein Projekt „Alle Sandman-Comics lesen“ läuft jetzt schon seit einigen Jahren. Auch dieser Band war wieder eine ganz grandiose Sammlung verstörender und anrührender Kurzgeschichten im Comicformat.

Saga 7 & 8: Saga will be Saga. Diese Comicreihe hat mich wieder zur Comicleserin gemacht, und sie hört einfach nicht auf damit, episch und soapig und herzzerreißend zu sein.

Grimaldi und Maike Plenzke – Macha: Ein Comic mit Anleihen an irische Mythen, der dennoch eine interessante eigenständige Mythenwelt entwirft.

Fables #3: Auch die Fables-Reihe ist so was, was ich langsam über Jahre hinweg, so vor mich hinlese. Band 3 hat wieder etliche Märchenfiguren-in-New-York-Verwicklungen und hat mir besser gefallen als Band 2, der mit zu viel auf der Farm spielte. 😉

 

Kurzgeschichten und Novellen:

Neil Gaiman – Norse Mythology: Da ich immer mehr als ein Buch gleichzeitig lese, war auch das meine Jahresend-Jahresanfangs-Lektüre. Gaimans Schreibe fängt den Geist der nordischen Sagen auf leicht wahnsinnige, aber sehr treffend scheinende Weise ein. So wie Thor 3, nur in literarisch.

Nnedi Okorafor – Binti 1 & 2: Preisgekrönte Novellen-Trilogie über ein Mädchen, das in ferner Zukunft gegen den Willen ihrer Familie zu einer interstellaren Universität aufbricht und unterwegs von blutrünstigen Quallen überfallen wird. Der Subtext macht die kurze, knackige Handlung bemerkenswert.

Ben Aaronovitch – Geister auf der Metropolitan Line: Die erste Novelle aus der „Die Flüsse von London“-Romanreihe. Ich mag ja das ganze Setting und die Charaktere dieser Urban-Fantasy-Reihe sehr, das Büchlein las sich schnell runter.

Kurzgeschichten von Kameron Hurley: Seit September bin ich Patreon-Unterstützerin auf Hurleys Patreon und darf deshalb jeden Monat eine Kurzgeschichte lesen. Meistens ist es wirklich abgedrehte Science-Fiction, lesenswert, weil Hurley sich auch stets an neuen Perspektiven aufs Thema Gender versucht.

N.K. Jemisin – How long till Black Future Month?: Die erste Kurzgeschichtensammlung von N.K. Jemisin, die eine mittelmäßig begabte Schreiberin von Kurzgeschichten wie mich einfach nur vor Neid erblassen lässt. So viele grandiose Ideen, so gut geschrieben – Hut ab, du bist meine Heldin des Jahres, Nora!

 

Sachbücher:

Chuck Wendig – Damn Fine Story: Sehr unterhaltsamer „Schreibratgeber“, der sich vor allem damit beschäftigt, warum uns gewisse Geschichten ansprechen. Ich bin noch nicht ganz durch, aber ich finde Wendigs Ansatz sehr cool, da mir so was wie starke und schwache Verben immer schon egal war – wer also gerne nach den Knochen der Narrative buddelt, ist hier richtig.

Kameron Hurley – The Geek Feminist Revolution: Essaysammlung der „zu sperrig für deutsche Roman-Übersetzung“-SF-Autorin Kameron Hurley voller unfassbar cooler und treffsicherer feministischer Geek-Texte.

Tupoka Ogette – Exit Racism: Danke an Mike für den Tipp. Wer sich auf 120 Seiten mit dem eigenen Rassismus auseinandersetzen möchte (sollte. Also: jede*r), greife nach diesem Buch. Ein Augenöffner.

Hamilton – the Revolution: Der Bildband zum Hamilton-Musical. Ich hab ihn bisher nur halb gelesen, er enthält Essays und Anekdoten, Fotos und Songtexte und ist sehr, sehr, sehr hübsch auf alt getrimmt.

Noah Sow – Deutschland Schwarz Weiß: Und wer dann nach „Exit Racism“ noch ein bisschen mehr zum Rassismus in Deutschland lesen möchte (sollte. Also: jede*r), greife danach nach diesem Buch. Liest sich so runter und macht sauer. Und sauer ist wichtig.

Ursula K. Le Guin – Keine Zeit zu verlieren: Essaysammlung von Le Guin, die ihre letzten Jahre beleuchten. Eine scharfsinnige, weitsichtige Frau, die viel zu sagen hatte und viel gesagt hat. Ad astra, Ursula.

Chimamanda Ngozi Adichie – We should all be feminists: Den TED-Talk gibt es sowohl gratis in diesem Internet als auch als Büchlein. Ich habs mir für eine Zugfahrt gekauft und es hat genau gereicht. Ein toller Text, wie alles von Adichie.

Robin Di Angelo – White Fragility: Di Angelo lehrt seit Jahren zum Thema „weiße Perspektive auf Rassismus“ und bringt in diesem Buch ihre Erkenntnisse auf den Tisch. Unbedingt lesen, wenn man weiß ist und mehr zum Thema Rassismus lesen möchte (sollte. Also: jede*r).

 

Rollenspiele:

Bluebeard’s Bride: Unfassbar schick gestaltetes PbtA-Setting rund um das gleichnamige Märchen und „female horror“.

Dread: Ich meide ja Grundregelwerke wie der Teufel das Weihwasser, aber wenn man selbst was zum Rollenspiel beitragen möchte, sollte man das wohl mal getan haben. Dread liest sich interessant und spielt sich noch interessanter.

#Feminism: Eine Nano-Game-Anthologie, die sich, man wird es kaum ahnen, mit feministischen und intersektionalen Themen befasst. Ich habe nicht alle Nano-Games darin gelesen, geschweige denn gespielt, aber das ist ein toller Band, große Empfehlung auch für Leute, die normalerweise nicht rollenspielen.

Star Crossed: 20 Seiten Regeln zu großem Jenga-Turm-Romantik-Rollenspiel. Großes Kino.

 

Warhammer-40K-Übersetzungen

Aaron Dembski-Bowden – Die Schwarze Legion: Den Roman habe ich Ende 2018/Anfang 2019 übersetzt und bin ganz glücklich damit, neuerdings so was wie Dembski-Bowdens „Stammübersetzerin“ zu sein, denn der Kerl kann was.

Robbie Mac Niven – Pfad des Blutes: Das war eine eher torture-porn-lastige Schlachtplatte, nicht so wirklich mein Fall.

Aaron Dembski-Bowden – Speer des Imperators: Der zweite Roman, den ich von ihm übersetzt habe, Auftakt einer Reihe zu einem neuen Teil der Warhammer-40K-Universums hat mir wirklich gut gefallen. Außerdem ist der Roman aus weiblicher Perspektive erzählt. I like.

Steve Parker – Deathwatch: Operation Schattenbrecher: Liegt gerade auf meinem Schreibtisch, kann noch nicht so viel dazu sagen, aber alles, was so richtig aus Imperiums-Perspektive geschrieben ist, finde ich leider immer nicht so cool. 😉

 

Lektorate:

Ich hab drei Romane für Feder&Schwert lektoriert, werde dazu aber nichts Wertendes sagen, denn das wäre irgendwie blöd. 😉

Erik Novak – Oscuridad: First Contact im südamerikanischen Regenwald mit Jet-Piloten und Aliens.

Christian Lange – Die aegyptische Maschine: Der erste Roman aus dem Eis&Dampf-Verse, der nicht aus Christian (V.)s und meiner Feder stammt.

Henning Mützlitz – Der Kreis der Sechs: Musketiere in Frankreich, aber mit Dämonen! #nuffsaid

 

So, damit bleibt mir nix mehr, als euch ein guten Rutsch zu wünschen und lots of cool stuff in 2019! Mein Büchervorsatz: Mehr Frauen, queere Autor*innen und People of Color lesen. 😉 Bye!


2017

Ich bin nicht so der Mensch, der sich zum Jahreswechsel bestimmte Dinge vornimmt. Ich nehme mir immer wieder Kram vor und verwerfe ihn wieder oder auch nicht. Ich habe auf Twitter schon drüber geschrieben, dass 2017 für mich – total überraschend – im Zeichen des Sports stand. 😉 Ich habe viel mehr Sport getrieben als in den Jahren davor, war von meinen eigenen Fortschritten ausreichend begeistert, um weiterzumachen, und habe auch einiges Neues ausprobiert. Gestern haben wir mit unserer leider nur unregelmäßig stattfindenden 3-Leute-eignen-sich-HEMA-Techniken-mit-dem-Langen-Schwert-an-Gruppe festgestellt, dass wir nun plötzlich Dinge beherrschen, die uns lange ein Rätsel waren, einfach nur, weil wir offenbar ein bisschen besseres Körpergefühl erlangt haben. Und das in unserem Alter. 😉 Nun ja, aber genug vom Spocht, denn 2017 war auch ein Bücher-Jahr. Seit ich kleine Kinder habe, habe ich immer Wochen bis Monate für einzelne Bücher gebraucht (da ich ja die rare Freizeit oft zum Schreiben genutzt hab). Jetzt sind die Kinder nicht mehr klein – da sollte es doch wohl auch möglich sein, abends häufiger mal PC und Netflix auszulassen und ein paar mehr Bücher in die Hand zu nehmen.

Das hat geklappt. Ich möchte hier einfach nur ganz kurz aufzählen, was ich gelesen habe und wie ich es fand. Ich glaube nicht, dass das irgendwie interessant ist, aber vielleicht sucht der eine oder andere ja noch einen Tipp für 2018! Ansonsten – feiert schön heute Abend! Wir spielen „Scherbenland“ mit Mia Steingräber und Tobi Junge, und ich hoffe, ihr habt auch was Nettes vor. Vielen Dank für euer Interesse an unserem Kram dieses Jahr – möge die Macht mit euch sein und 2018 ein schönes Jahr in privater und hoffentlich auch wieder politischer Hinsicht.

Claudia Gray: Leia – Princess of Alderaan. Claudia Gray’s Star Wars-Romane sind ganz großes Kino, und ihr Roman über Teenage Leia besticht dadurch, dass er nah an Leia dran bleibt und – zum ersten Mal – von Breha Organa, ihrer Mutter, erzählt. Ich habe am Ende geheult.

Chuck Wendig: Aftermath – Empire’s End. Die Aftermath-Trilogie ist ebenfalls sehr, sehr gelungen. Ich liebe die Charaktere, und am meisten wird mir wohl Sinjir Rath Velus in Erinnerung bleiben. Was für ein genialer Charakter. <3

Neil Gaiman: Sandman 3, 4, 5. Ich habe mich endlich weiter fortgebildet, was die Sandman-Reihe angeht. Dazu muss man wohl nicht viel sagen. Der wechselnde Zeichenstil ist manchmal nicht so meins, aber die Short-Story-artigen Episoden sind phänomenal.

Neil Gaiman: American Gods. Ein Re-Read mit lauter anderen Twitter-Menschen, bevor die Serie im Mai gestartet ist. Auch dazu muss ich nicht viel sagen, es ist schon seit Jahren eines meiner Lieblingsbücher.

Julia Knight: Schwerter & Schwindler. Das Buch habe ich abgebrochen. Ich fand das World Building plump, die Charaktere plump, und, was das Schlimmste war: die Fechtkämpfe, auf die ich mich sehr gefreut hatte, waren haarsträubend, einfach ganz, ganz furchtbar.

Neil Gaiman: Norse Mythology. Damit bin ich noch nicht ganz durch, da ich mir immer wieder eine „Mythen-Kurzgeschichte“ zwischen anderen Romanen einverleibe. Aber Gaimans Stil und das Knochentrocken-Abgedrehte der nordischen Mythologie passen sehr gut zusammen.

Ben Aaronovitch: Der Galgen von Tyburn. Ich LIEBE die „Die Flüsse von London“-Reihe und freue mich jedes Jahr auf einen weiteren Teil. Auch der Galgen von Tyburn war mal wieder toll. Ich brauch mehr, beeil dich, Ben.

Anton Weste: Nacht über Herathis. Mein Einstieg in die Welt von Splittermond. Besonderes Highlight: der Feenmarkt in Herathis. Den hat Anton außerdem auf der HeinzCon vorgelesen, deshalb hatte ich dabei auf jeden Fall seine Stimme im Kopf.

Timothy Zahn: Thrawn. Tim Zahn durfte seinen Legends-Charakter im neuen Kanon wiederbeleben, und obwohl ich mich normalerweise bei Büchern aus „Schurkensicht“ schwer tue, hat „Thrawn“ mir außerordentlich gut gefallen. 2018 kommt Teil 2, und meine heiße Theorie ist ja, dass wir darin mehr über Snokes Ursprünge erfahren.

Han Solo (Comic). Ein in sich geschlossener Sammelband. Schurken, ein Wettflug, Komplikationen. Das war nett, und es gab badass Twi’lek Ladies!

Avatar – Herr der Elemente (Comic Bände 12-16): Ich LIEBE die Welt von Avatar – The Last Airbender, und die Comics sind eine gelungene Fortsetzung der Serie, in denen es viel um den Konflikt Mensch – Natur – Technik geht. Damit münden die Comics thematisch schon ins 70 Jahre später spielende „Korra“.

Tim Powers: On Stranger Tides. Ein Piraten-Abenteuer-Klassiker aus den 80ern, Inspiration für Monkey Island und Fluch der Karibik. Leider ist es mein „Notfall-Buch“, das heißt, ich habs auf dem Handy auf meiner kindle-App für den Fall, dass ich irgendwo lange warten muss und kein Buch dabei hab. Da ich meistens entweder Buch oder Laptop dabei hab, bin ich erst knapp über einem Drittel. 😉 Aber es ist gut und macht Spaß. Aye!

Oliver Plaschka: Marco Polo. Große Liebe. Das Buch ist einfach ein ganz großer Wurf und ich wünschte mir, mehr historische Romane wären so. Sense of Wonder, Liebe zum Detail und gleichzeitig eine moderne Auffassung von Literatur.

The Five Fists of Science (Comic). Ein Comic darüber, wie Mark Twain und Nikola Tesla die Welt retten. Muss man dazu mehr sagen?

Saga 7 (Comic). Saga! Lest Saga! Saga ist eine Space Opera + Romeo und Julia + viel zu viel Sex + großartiges Artwork von Fiona Staples + hintergründiger Humor + brachialer Realismus + alltägliche Probleme.

Tilman Spreckelsen: Nordseespuk / Nordseegrab. Joah, das ist eine nette historische Krimireihe mit dem Schreiber von Anwalt Theodor Storm als Protagonisten. Kann man lesen.

Henning Mützlitz: Lübecker Rache. Der zweite historische Krimi von Henning. Auch Henning hat so eine realistische Art, seine Charaktere zu zeichnen, sodass man sogar die mieseste Intrigantin irgendwie nicht hassen kann. Hab ich sehr gern gelesen und will seitdem mal nach Lübeck.

Beckie Chambers: Der lange Weg zu einem zornigen kleinen Planeten. Diese Space Opera las sich wie Fanfiction but in a good way. Sie war oft vielleicht ein bisschen zu wenig handlungsgetrieben und zu charakterorientiert, aber die Richtung, in die die Story ging, gefiel mir sehr gut, und auch die Konsequenzen am Ende machen, dass ich mich auf einen zweiten Teil freue.

Philip K. Dick: Do Androids Dream of Electric Sheep?. 2017 war ja dank meiner Artikel für FischerTOR auch das Jahr der SF-Klassiker für mich. Ich habe zum ersten Mal ENDLICH die Romanvorlage zu einem meiner Lieblingsfilme gelesen. Der Schwerpunkt war überraschend unterschiedlich, letztlich ein faszinierendes Buch, kann aber nicht den Platz in meinem Herzen einnehmen, den der Film einnimmt.

William Gibson: Neuromancer. Dreckig, düster, sardonisch und mit einer Vorliebe für detailreiche Materialbeschreibung. Die Matratzen! Immer wieder wird der Schaum der Matratzen erwähnt! 😀 Ich habe Neuromancer gern gelesen und mich gewundert, dass Gibson Shadowrun nie verklagt hat.

Fables 1&2 (Comic). Noch mehr Comics! Da ich ja das Computerspiel „The Wolf among us“ sehr liebe, wollte ich mal sehen, was die Comics so können, und die sind schon sehr cool.

Nnedi Okorafor: Wer fürchtet den Tod. Whoa. Das Buch ist sehr ambivalent. Es ist deprimierend, es ist wirr, die Story ist letztlich nicht wirklich komplett durchgedacht, aber trotzdem ist es eine Tür in eine faszinierende Welt, in ein dystopisches Fantasy-Afrika. Für mich zartes Gemüt war etwas zu viel Vergewaltigung, Steinigung und Mädchenbeschneidung drin.

Poe Dameron (Comic-Reihe). Die Poe Dameron-Comics sind die perfekte Einstimmung auf The Last Jedi – unterhaltsam, actionreich und mit einigen schönen Leia-Poe-Momenten.

Dave Gross: Herr der Teufel. Haha, diesen Pathfinder-Wuxia-Roman habe ich lektoriert! 😀 Er hat schöne Quasi-Shaolin-Tempelszenen. Das Finale hat mich jedoch verwirrt zurückgelassen.

Genevieve Cogman: Die Unsichtbare Bibliothek. Diesen ersten Teil einer Reihe habe ich auch abgebrochen. Es war entsetzlich. Pseudo-Steampunk-Parallelwelt-Bücherfetischismus-Fantasy mit faden Charakteren.

Firefly 4 (Comic). Natürlich lese ich die Firefly-Comics. Wir haben ja sonst nix! Sie sind ganz gut, aber so ein bisschen kranken sie an dem, woran auch die Buffy-Comics kranken. Sie machen einfach mehr Rivers (mehr Buffys), aber so ganz tolle Ideen haben sie nicht.

William Gibson: Count Zero / Mona Lisa Overdrive: Nach ein bisschen Pause habe ich diese beiden direkt hintereinander gelesen, und ich glaube, Count Zero hat mir am besten gefallen. Die Charaktere sind sehr gelungen.

China Miéville: Perdido Street Station. Was für ein Buch! Die abgedrehte Kulisse einer Stadt, die sich in kein Genre zwängen lässt, ein übergewichtiger Wissenschaftler als Protagonist in einem Horror-Pulp-Szenario, das dennoch ganz schön tiefe, abgründige Fragen stellt. Das Buch ist stellenweise geschwätzig, hat mich aber in seinen Bann gezogen.

Warhammer: Tyrann der Hohlwelten / Mephiston – Erbe des Sanguinius / Die Schwarze Legion. Diese drei Romane habe ich übersetzt, „Die Schwarze Legion“ wird offenbar der gebundene Toptitel 2018 und ist auch mein Favorit. Es passiert gar nicht so wahnsinnig viel darin, aber er ist sehr gut geschrieben und unterbreitet einen wahren Teppich an Hintergrund und Einblicken. „Tyrann der Hohlwelten“ erzählt eine Chaos-Kampagne durch … na ja, die Hohlwelten! und geizt nicht mit Schlacht um Schlacht um Schlacht – hat dabei aber trotzdem nette Charaktere (vor allem die Tallarn-Kriegerin! Yeah!) und „Mephiston“ ist ein Auftakt und liest sich auch ein bisschen so, denn das Buch endet sehr offen.

Korra: Revierkriege (Comic). Nach den Avatar-Comics ist vor den Korra-Comics. Es geht um Revierkämpfe in Republica und die Probleme mit dem Tor in die Geisterwelt – aber in der inneren Handlung liegt der Schwerpunkt auf der Beziehung zwischen Korra und Asami, auf den Schwierigkeiten eines Coming-Outs. Er erzählt auch, wie die vier Nationen mit Homosexualität umgegangen sind. Die Zeichnerin ist selbst queer und hat auf Social Media kundgetan, wie sehr sie sich über die Gelegenheit gefreut hat. 🙂

Ernest Cline: Ready Player One. Alter. Was für ein Nostalgie-verklebtes Machwerk. Ich hatte es trotzdem in drei Tagen durch, weil es mich wie ein guilty pleasure eingesaugt hat, aber Message, Schreibe, World-Building: Das ist alles eigentlich gar nicht wirklich gut … >_>

Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen. Das lese ich im Moment und bin ca. auf Seite 200. Bisher ist es ein toller Heist-Roman mit interessanten Charakteren und einem interessanten Down-to-Earth-Worldbuilding. Ich kann mich mit einigen Dingen in der Übersetzung nicht recht anfreunden, ich glaube, ich hab dieses Jahr zu viel Kram übersetzt, um unkritisch an Übersetzungen herangehen zu können, und daher krittel ich da vermutlich zu streng herum. Aber warum heißen in einem Amsterdam-ähnlichen Setting in einer deutschsprachigen Fassung Leute mit Beinamen „Dirtyhands“ und Banden „Dime Lions“? Das will mir nicht in den Kopf. 😉

Dann hab ich außerdem noch einige Bücher vorgelesen, und zwar:

J.K. Rowling: Harry Potter IV. Ich habe Band 1-4 vorgelesen, und Band 5-7 müssen die Kinder dann irgendwann mal allein lesen, denn meiner Meinung nach sind nur die ersten vier Bände kindertauglich. Was soll ich sagen? Ich kannte das Buch ja schon. Ist schon unterhaltsam, aber das ganze trimagische Turnier ist ein bisschen bescheuert. 😉

Star Wars: Abenteuer im Wilden Raum 1-3. Eine Kinderbuchreihe, die zwischen Episode III und IV spielt. Baby Ezra und die Bridger-Transmissions kommen vor, dafür gibts Extra-Kudos. Ansonsten ist es weder besonders gut noch besonders schlecht.

Star Wars: Kadett des Imperiums. Erzählt die Geschichte von Zare Leonis, der auch in Star Wars: Rebels vorkommt. Es richtet sich an etwas Ältere und thematisiert auch erste Liebe, Umweltzerstörung und widerstreitende Loyalitäten. Ansonsten ist es lustigerweise wie ein Sportfilm und dreht sich um Gravball, was aber auch mal eine sehr coole Idee ist. Extra-Kudos für Lothal!

Astrid Lindgren: Michel 1 & 2. Die hatte sich mein Jüngster noch mal gewünscht. Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt: Die Kapitel sind sehr lang! 😀

Tolkien: Der Herr der Ringe: Die Gefährten. Wir sind noch nicht ganz durch. Auch hier: Was soll ich sagen? Es ist Der Herr der Ringe. Meine Kinder sind stellenweise verwirrt davon WIE LANGSAM die Handlung vorangeht, aber sie finden es durchaus gut. 😉

 

So, das wars. Ich freu mich, 2017 in so viele neue und alte Welten reingeschnuppert zu haben! Für 2018 liegt auch schon einiges auf dem Stapel. 😀 Was war euer Favorit dieses Jahr? Wenn ihr mögt, schreibt es mir auf Twitter oder hier unten in die Kommentare!

2 Kommentare zu „Mehr gelesen!“

  1. „Das Lied der Krähen“ habe ich gerade beendet. Hat mir sehr gut gefallen, aber über genau die Sache mit den unübersetzten englischen Spitznamen in einer Welt, in der eindeutig kein Englisch gesprochen wird, bin ich auch gestolpert.

    Tolle Zusammenfassung deiner Lektüre, bei den Büchern, die ich davon gelesen habe (Gibson, Chambers, Dick, Plaschka, Miéville, Cline stimme ich absolut überein.

  2. Oh, das freut mich! 🙂 „Lied der Krähen“ geht auf jeden Fall rasant weiter, ich konnte gestern Nacht kaum aufhören.

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