Mehr gelesen!

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Ich bin nicht so der Mensch, der sich zum Jahreswechsel bestimmte Dinge vornimmt. Ich nehme mir immer wieder Kram vor und verwerfe ihn wieder oder auch nicht. Ich habe auf Twitter schon drüber geschrieben, dass 2017 für mich – total überraschend – im Zeichen des Sports stand. 😉 Ich habe viel mehr Sport getrieben als in den Jahren davor, war von meinen eigenen Fortschritten ausreichend begeistert, um weiterzumachen, und habe auch einiges Neues ausprobiert. Gestern haben wir mit unserer leider nur unregelmäßig stattfindenden 3-Leute-eignen-sich-HEMA-Techniken-mit-dem-Langen-Schwert-an-Gruppe festgestellt, dass wir nun plötzlich Dinge beherrschen, die uns lange ein Rätsel waren, einfach nur, weil wir offenbar ein bisschen besseres Körpergefühl erlangt haben. Und das in unserem Alter. 😉 Nun ja, aber genug vom Spocht, denn 2017 war auch ein Bücher-Jahr. Seit ich kleine Kinder habe, habe ich immer Wochen bis Monate für einzelne Bücher gebraucht (da ich ja die rare Freizeit oft zum Schreiben genutzt hab). Jetzt sind die Kinder nicht mehr klein – da sollte es doch wohl auch möglich sein, abends häufiger mal PC und Netflix auszulassen und ein paar mehr Bücher in die Hand zu nehmen.

Das hat geklappt. Ich möchte hier einfach nur ganz kurz aufzählen, was ich gelesen habe und wie ich es fand. Ich glaube nicht, dass das irgendwie interessant ist, aber vielleicht sucht der eine oder andere ja noch einen Tipp für 2018! Ansonsten – feiert schön heute Abend! Wir spielen „Scherbenland“ mit Mia Steingräber und Tobi Junge, und ich hoffe, ihr habt auch was Nettes vor. Vielen Dank für euer Interesse an unserem Kram dieses Jahr – möge die Macht mit euch sein und 2018 ein schönes Jahr in privater und hoffentlich auch wieder politischer Hinsicht.

Claudia Gray: Leia – Princess of Alderaan. Claudia Gray’s Star Wars-Romane sind ganz großes Kino, und ihr Roman über Teenage Leia besticht dadurch, dass er nah an Leia dran bleibt und – zum ersten Mal – von Breha Organa, ihrer Mutter, erzählt. Ich habe am Ende geheult.

Chuck Wendig: Aftermath – Empire’s End. Die Aftermath-Trilogie ist ebenfalls sehr, sehr gelungen. Ich liebe die Charaktere, und am meisten wird mir wohl Sinjir Rath Velus in Erinnerung bleiben. Was für ein genialer Charakter. <3

Neil Gaiman: Sandman 3, 4, 5. Ich habe mich endlich weiter fortgebildet, was die Sandman-Reihe angeht. Dazu muss man wohl nicht viel sagen. Der wechselnde Zeichenstil ist manchmal nicht so meins, aber die Short-Story-artigen Episoden sind phänomenal.

Neil Gaiman: American Gods. Ein Re-Read mit lauter anderen Twitter-Menschen, bevor die Serie im Mai gestartet ist. Auch dazu muss ich nicht viel sagen, es ist schon seit Jahren eines meiner Lieblingsbücher.

Julia Knight: Schwerter & Schwindler. Das Buch habe ich abgebrochen. Ich fand das World Building plump, die Charaktere plump, und, was das Schlimmste war: die Fechtkämpfe, auf die ich mich sehr gefreut hatte, waren haarsträubend, einfach ganz, ganz furchtbar.

Neil Gaiman: Norse Mythology. Damit bin ich noch nicht ganz durch, da ich mir immer wieder eine „Mythen-Kurzgeschichte“ zwischen anderen Romanen einverleibe. Aber Gaimans Stil und das Knochentrocken-Abgedrehte der nordischen Mythologie passen sehr gut zusammen.

Ben Aaronovitch: Der Galgen von Tyburn. Ich LIEBE die „Die Flüsse von London“-Reihe und freue mich jedes Jahr auf einen weiteren Teil. Auch der Galgen von Tyburn war mal wieder toll. Ich brauch mehr, beeil dich, Ben.

Anton Weste: Nacht über Herathis. Mein Einstieg in die Welt von Splittermond. Besonderes Highlight: der Feenmarkt in Herathis. Den hat Anton außerdem auf der HeinzCon vorgelesen, deshalb hatte ich dabei auf jeden Fall seine Stimme im Kopf.

Timothy Zahn: Thrawn. Tim Zahn durfte seinen Legends-Charakter im neuen Kanon wiederbeleben, und obwohl ich mich normalerweise bei Büchern aus „Schurkensicht“ schwer tue, hat „Thrawn“ mir außerordentlich gut gefallen. 2018 kommt Teil 2, und meine heiße Theorie ist ja, dass wir darin mehr über Snokes Ursprünge erfahren.

Han Solo (Comic). Ein in sich geschlossener Sammelband. Schurken, ein Wettflug, Komplikationen. Das war nett, und es gab badass Twi’lek Ladies!

Avatar – Herr der Elemente (Comic Bände 12-16): Ich LIEBE die Welt von Avatar – The Last Airbender, und die Comics sind eine gelungene Fortsetzung der Serie, in denen es viel um den Konflikt Mensch – Natur – Technik geht. Damit münden die Comics thematisch schon ins 70 Jahre später spielende „Korra“.

Tim Powers: On Stranger Tides. Ein Piraten-Abenteuer-Klassiker aus den 80ern, Inspiration für Monkey Island und Fluch der Karibik. Leider ist es mein „Notfall-Buch“, das heißt, ich habs auf dem Handy auf meiner kindle-App für den Fall, dass ich irgendwo lange warten muss und kein Buch dabei hab. Da ich meistens entweder Buch oder Laptop dabei hab, bin ich erst knapp über einem Drittel. 😉 Aber es ist gut und macht Spaß. Aye!

Oliver Plaschka: Marco Polo. Große Liebe. Das Buch ist einfach ein ganz großer Wurf und ich wünschte mir, mehr historische Romane wären so. Sense of Wonder, Liebe zum Detail und gleichzeitig eine moderne Auffassung von Literatur.

The Five Fists of Science (Comic). Ein Comic darüber, wie Mark Twain und Nikola Tesla die Welt retten. Muss man dazu mehr sagen?

Saga 7 (Comic). Saga! Lest Saga! Saga ist eine Space Opera + Romeo und Julia + viel zu viel Sex + großartiges Artwork von Fiona Staples + hintergründiger Humor + brachialer Realismus + alltägliche Probleme.

Tilman Spreckelsen: Nordseespuk / Nordseegrab. Joah, das ist eine nette historische Krimireihe mit dem Schreiber von Anwalt Theodor Storm als Protagonisten. Kann man lesen.

Henning Mützlitz: Lübecker Rache. Der zweite historische Krimi von Henning. Auch Henning hat so eine realistische Art, seine Charaktere zu zeichnen, sodass man sogar die mieseste Intrigantin irgendwie nicht hassen kann. Hab ich sehr gern gelesen und will seitdem mal nach Lübeck.

Beckie Chambers: Der lange Weg zu einem zornigen kleinen Planeten. Diese Space Opera las sich wie Fanfiction but in a good way. Sie war oft vielleicht ein bisschen zu wenig handlungsgetrieben und zu charakterorientiert, aber die Richtung, in die die Story ging, gefiel mir sehr gut, und auch die Konsequenzen am Ende machen, dass ich mich auf einen zweiten Teil freue.

Philip K. Dick: Do Androids Dream of Electric Sheep?. 2017 war ja dank meiner Artikel für FischerTOR auch das Jahr der SF-Klassiker für mich. Ich habe zum ersten Mal ENDLICH die Romanvorlage zu einem meiner Lieblingsfilme gelesen. Der Schwerpunkt war überraschend unterschiedlich, letztlich ein faszinierendes Buch, kann aber nicht den Platz in meinem Herzen einnehmen, den der Film einnimmt.

William Gibson: Neuromancer. Dreckig, düster, sardonisch und mit einer Vorliebe für detailreiche Materialbeschreibung. Die Matratzen! Immer wieder wird der Schaum der Matratzen erwähnt! 😀 Ich habe Neuromancer gern gelesen und mich gewundert, dass Gibson Shadowrun nie verklagt hat.

Fables 1&2 (Comic). Noch mehr Comics! Da ich ja das Computerspiel „The Wolf among us“ sehr liebe, wollte ich mal sehen, was die Comics so können, und die sind schon sehr cool.

Nnedi Okorafor: Wer fürchtet den Tod. Whoa. Das Buch ist sehr ambivalent. Es ist deprimierend, es ist wirr, die Story ist letztlich nicht wirklich komplett durchgedacht, aber trotzdem ist es eine Tür in eine faszinierende Welt, in ein dystopisches Fantasy-Afrika. Für mich zartes Gemüt war etwas zu viel Vergewaltigung, Steinigung und Mädchenbeschneidung drin.

Poe Dameron (Comic-Reihe). Die Poe Dameron-Comics sind die perfekte Einstimmung auf The Last Jedi – unterhaltsam, actionreich und mit einigen schönen Leia-Poe-Momenten.

Dave Gross: Herr der Teufel. Haha, diesen Pathfinder-Wuxia-Roman habe ich lektoriert! 😀 Er hat schöne Quasi-Shaolin-Tempelszenen. Das Finale hat mich jedoch verwirrt zurückgelassen.

Genevieve Cogman: Die Unsichtbare Bibliothek. Diesen ersten Teil einer Reihe habe ich auch abgebrochen. Es war entsetzlich. Pseudo-Steampunk-Parallelwelt-Bücherfetischismus-Fantasy mit faden Charakteren.

Firefly 4 (Comic). Natürlich lese ich die Firefly-Comics. Wir haben ja sonst nix! Sie sind ganz gut, aber so ein bisschen kranken sie an dem, woran auch die Buffy-Comics kranken. Sie machen einfach mehr Rivers (mehr Buffys), aber so ganz tolle Ideen haben sie nicht.

William Gibson: Count Zero / Mona Lisa Overdrive: Nach ein bisschen Pause habe ich diese beiden direkt hintereinander gelesen, und ich glaube, Count Zero hat mir am besten gefallen. Die Charaktere sind sehr gelungen.

China Miéville: Perdido Street Station. Was für ein Buch! Die abgedrehte Kulisse einer Stadt, die sich in kein Genre zwängen lässt, ein übergewichtiger Wissenschaftler als Protagonist in einem Horror-Pulp-Szenario, das dennoch ganz schön tiefe, abgründige Fragen stellt. Das Buch ist stellenweise geschwätzig, hat mich aber in seinen Bann gezogen.

Warhammer: Tyrann der Hohlwelten / Mephiston – Erbe des Sanguinius / Die Schwarze Legion. Diese drei Romane habe ich übersetzt, „Die Schwarze Legion“ wird offenbar der gebundene Toptitel 2018 und ist auch mein Favorit. Es passiert gar nicht so wahnsinnig viel darin, aber er ist sehr gut geschrieben und unterbreitet einen wahren Teppich an Hintergrund und Einblicken. „Tyrann der Hohlwelten“ erzählt eine Chaos-Kampagne durch … na ja, die Hohlwelten! und geizt nicht mit Schlacht um Schlacht um Schlacht – hat dabei aber trotzdem nette Charaktere (vor allem die Tallarn-Kriegerin! Yeah!) und „Mephiston“ ist ein Auftakt und liest sich auch ein bisschen so, denn das Buch endet sehr offen.

Korra: Revierkriege (Comic). Nach den Avatar-Comics ist vor den Korra-Comics. Es geht um Revierkämpfe in Republica und die Probleme mit dem Tor in die Geisterwelt – aber in der inneren Handlung liegt der Schwerpunkt auf der Beziehung zwischen Korra und Asami, auf den Schwierigkeiten eines Coming-Outs. Er erzählt auch, wie die vier Nationen mit Homosexualität umgegangen sind. Die Zeichnerin ist selbst queer und hat auf Social Media kundgetan, wie sehr sie sich über die Gelegenheit gefreut hat. 🙂

Ernest Cline: Ready Player One. Alter. Was für ein Nostalgie-verklebtes Machwerk. Ich hatte es trotzdem in drei Tagen durch, weil es mich wie ein guilty pleasure eingesaugt hat, aber Message, Schreibe, World-Building: Das ist alles eigentlich gar nicht wirklich gut … >_>

Leigh Bardugo: Das Lied der Krähen. Das lese ich im Moment und bin ca. auf Seite 200. Bisher ist es ein toller Heist-Roman mit interessanten Charakteren und einem interessanten Down-to-Earth-Worldbuilding. Ich kann mich mit einigen Dingen in der Übersetzung nicht recht anfreunden, ich glaube, ich hab dieses Jahr zu viel Kram übersetzt, um unkritisch an Übersetzungen herangehen zu können, und daher krittel ich da vermutlich zu streng herum. Aber warum heißen in einem Amsterdam-ähnlichen Setting in einer deutschsprachigen Fassung Leute mit Beinamen „Dirtyhands“ und Banden „Dime Lions“? Das will mir nicht in den Kopf. 😉

Dann hab ich außerdem noch einige Bücher vorgelesen, und zwar:

J.K. Rowling: Harry Potter IV. Ich habe Band 1-4 vorgelesen, und Band 5-7 müssen die Kinder dann irgendwann mal allein lesen, denn meiner Meinung nach sind nur die ersten vier Bände kindertauglich. Was soll ich sagen? Ich kannte das Buch ja schon. Ist schon unterhaltsam, aber das ganze trimagische Turnier ist ein bisschen bescheuert. 😉

Star Wars: Abenteuer im Wilden Raum 1-3. Eine Kinderbuchreihe, die zwischen Episode III und IV spielt. Baby Ezra und die Bridger-Transmissions kommen vor, dafür gibts Extra-Kudos. Ansonsten ist es weder besonders gut noch besonders schlecht.

Star Wars: Kadett des Imperiums. Erzählt die Geschichte von Zare Leonis, der auch in Star Wars: Rebels vorkommt. Es richtet sich an etwas Ältere und thematisiert auch erste Liebe, Umweltzerstörung und widerstreitende Loyalitäten. Ansonsten ist es lustigerweise wie ein Sportfilm und dreht sich um Gravball, was aber auch mal eine sehr coole Idee ist. Extra-Kudos für Lothal!

Astrid Lindgren: Michel 1 & 2. Die hatte sich mein Jüngster noch mal gewünscht. Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt: Die Kapitel sind sehr lang! 😀

Tolkien: Der Herr der Ringe: Die Gefährten. Wir sind noch nicht ganz durch. Auch hier: Was soll ich sagen? Es ist Der Herr der Ringe. Meine Kinder sind stellenweise verwirrt davon WIE LANGSAM die Handlung vorangeht, aber sie finden es durchaus gut. 😉

 

So, das wars. Ich freu mich, 2017 in so viele neue und alte Welten reingeschnuppert zu haben! Für 2018 liegt auch schon einiges auf dem Stapel. 😀 Was war euer Favorit dieses Jahr? Wenn ihr mögt, schreibt es mir auf Twitter oder hier unten in die Kommentare!