Rezension: Deadwater – Das Logbuch

Blog | Ein Kommentar

Ja, man darf mir nun getrost Vetternwirtschaft vorwerfen. Aber ich habe den ersten Roman von Tobias Rafael Junge (seines Zeichens Grüne-Fee-Mitschöpfer) gelesen, der unter der Ägide von Oetinger34 entstand und möchte euch daran teilhaben lassen, dass ich es an anderthalb Abenden weggelesen habe.

Wie viele schwer erziehbare Kinder von Superreichen braucht man, um ein Schulschiff von Kalkutta ins Mittelmeer zu steuern?
Chris und seine Mitschüler finden die Antwort auf diese Frage schnell, als plötzlich alle Erwachsenen an Bord verschwinden. Doch auch, wenn der Klappentext an „Lost“ und das Bermuda-Dreieck denken lässt, haben es die Teenager nicht mit einer übersinnlichen Bedrohung zu tun, sondern mit Verbrechern, die damit drohen, ihren Familien (und den Lehrern) Schreckliches anzutun, wenn die Jugendlichen nicht zu Erfüllungsgehilfen werden. Der erste Auftrag entsendet die neue und überforderte Schiffsbesatzung mit einem rätselhaften Koffer in einen Sweatshop in Bangladesh, in dem mit Kinderarbeit und Dumpinglöhnen die Klamotten der ersten Welt zusammengenäht werden.
Sind die Teenager nun unfreiwillige Helfer von Öko-Terroristen? Wo verläuft die Grenze zwischen „Gut“ und „Böse“? Was muss geschehen, bis sie zurück zu ihren Familien dürfen – und wird die Odyssee auch an Bord des Schiffes Menschenleben kosten?
Ein rasanter Thriller, aufgemacht als Logbuch, mit zahlreichen Kritzeleien und Anmerkungen zunehmend verzweifelter Jugendlicher.
Mich haben das Buch und seine Themen kalt erwischt – ich hatte mit einem Abenteuerroman gerechnet und habe eine Abrechnung mit Globalisierung, den Auswüchsen des Kapitalismus und der Hilflosigkeit des Einzelnen bekommen. Aber nicht, dass das so klingt, als wäre ich enttäuscht! Das Buch hat mich gepackt und immer tiefer in den Dead Water-Strudel gezogen.
Abschließend bleibt nur zu sagen: Zu wenig Seiten für viele Protagonisten, die alle zu Wort kommen, alle Ecken und Kanten haben und von denen man immer ein wenig mehr hören möchte, als sie preisgeben. Mein Lieblingscharakter ist natürlich Judith, die Rollenspielerin, die zu viel fernsehguckt. 😉 Außerdem hat Judith meinen Mädchennamen, und welcher das ist … erfährt man exklusiv NUR IN DEAD WATER! 😀

Außerdem hat Tobis Gattin Mia es sich nicht nehmen lassen, alle Protagonisten in einem Bild, nein, einem Selfie zu bannen. Mehr Hintergrundinfos und Bonusmaterial zu „Deadwater“ gibts auf Tobis Blog!

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